UNTERSUCHUNGEN | Magnetresonanztomographie

Seit 2017 steht unserer Klinik ein hochmoderndes MRT zur Verfügung.

Bei der Magnetresonanztomographie (MRT), oder Kernspintomographie, handelt es sich um ein Schnittbildverfahren, das im Gegensatz zur Computertomographie nicht mit Röntgenstrahlen, sondern mit Magnetfeldern und Radiowellen arbeitet.
Bei der Untersuchung im MRT ist das Tier daher keiner Strahlenbelastung ausgesetzt.
Da das Tier während der Untersuchung absolut still liegen muss, kann diese Untersuchung, ebenso wie die Computertomographie, nur unter Allgemeinanästhesie stattfinden. Hierbei steht ihr Tier selbstverständig die gesamte Narkosezeit unter vollständiger Überwachung.

Indikationen für eine MRT Untersuchung

Mit Hilfe des MRT lassen sich vor allem Weichteile sehr gut darstellen.
Es gibt zahllose Indikationen für eine MRT Diagnostik, Beispiele hierfür sind:


zentralnervöse Störungen wie Anfallsgeschehen, Bewegungs- und Bewusstseinsstörungen

Diagnostik des Gehirns zur Abklärung möglicher Ursachen wie z.B.

  • Angeborene Missbildungen (Hydrocephalus, Chiari-like Malformation)
  • Infarkte
  • Tumuröse Veränderungen

Diagnostik des Gehirns bei Verdacht auf Schädel-Hirn Trauma zur Abklärung von

  • Frakturen
  • Blutungen
  • Ödeme


Wirbelsäulenprobleme

Diagnostik des Rückenmarks und umgebender Strukturen zu Abklärung von z.B.

  • Bandscheibenvorfällen
  • Verengung der Nervenwurzellöcher
  • Angeborene Missbildungen von Wirbelkörpern oder umgebenden Bändern
  • Ausschluss von Tumoren und Entzündungen


Lahmheiten

Diagnostik von Gelenken, z.B.

Kniegelenk:

  • Kreuzbandruptur
  • Ruptur der Seitenbänder
  • Meniskusläsionen
  • Knorpelläsionen

Schultergelenk:

  • Mediale Schulterinstabilität durch Ruptur des Ligamentum glenohumerale mediale oder Ausriss der Sehne des M. subscapularis
  • Sehnen- oder Sehnenscheidenentzündungen bzw Ausriss der Bizepssehne
  • Knorpelläsionen

Ellenbogengelenk:

  • Knorpelläsionen
  • Fragmentierter Processus coronoideus medialis ulnae
  • Isolierter Processus Anconaeus

Sprunggelenk:

  • Knorpelläsionen
  • Osteochondrosis dissecans
  • Ruptur der Seitenbänder


Erkrankungen von Mittel- und Innenohr wie

  • Otitis interna/media
  • Polypen
  • Tumuröse Veränderungen


Erkrankungen von Nasen- und Stirnhöhle wie

  • Fremdkörper
  • Tumore
  • Aspergillose
  • Entzündungen


Fremdkörper Lokalisierung in folgenden möglichen Bereichen

  • Pfote
  • Nase
  • Ohr
  • Maul- Halsbereich nach Stöckchenverletzungen


Tumordiagnostik anderer Weichteile

Ab Ende Januar 2017 wird unserer Klinik ein hochmodernes MRT zur Verfügung stehen

Es ist das VET-MR Grande der Firma Esaote, das MRT Bilder einer hohen Qualität in einer reduzierten Scanzeit liefert.
Es arbeitet mit einer Feldstärke von 0,25 Tesla Feld und einem Gradienten von 20mT/m, sowie einem Field of view (FOV) von 27cm.
Das System Vet-MR Grande ist ein stationäres System mit dem dank der weiten Öffnung von drei Seiten auch große Rassen erfasst werden können.
Mit Hilfe vieler vordefinierter Sequenzen und Protokolle lassen sich verschiedene Gewebe auch ohne Kontrasmittelgabe in einer sehr guten Bildqualität darstellen.

Funktionsprinzip des MRT

Das häufigste Element des Körpers ist der Wasserstoff, dessen Atomkern aus einem Proton besteht.
Alle Atomkerne im Körper drehen sich normalerweise um die eigene Achse, dieser Drehimpuls wird "Kernspin" genannt.
Jeder dieser Atomkerne erzeugt durch seinen persönlichen Spin ein kleines Magnetfeld.
Der Kernspintomograph erzeugt nun ein permanentes starkes Magnetfeld ausserhalb des Körpers, wodurch sich alle Atomkerne in der gleichen Richtung ausrichten.
Dieses energetische Gleichgewicht wird durch eingestrahlte Radiowellen (HF-Impuls) einer bestimmten Frequenz (Larmorfrequenz) gestört, wodurch sich die Energieniveaus ändern.
Nach dem Abschalten der Radiowellen fallen die Spins zurück auf ihr Ursprungsniveau, das durch den Magneten vorgegeben wird, und geben ein Resonanzsignal ab.
Zusätzliche Magnetfelder, die auf das dauerhafte Magnetfeld mit Hilfe von Spulen einwirken, führen zu einer Schichtselektion der Gradienten.
Das empfangene Signal wird digitalisiert und berechnet.
Je nach unterschiedlichem Gehalt von Wasserstoffkernen in den verschiedenen Geweben sendet der Körper unterschiedliche Signale aus, wodurch sich dann die Gewebearten, bzw pathologisch veränderte Gewebearten voneinander abgrenzen lassen.
Zur Untersuchung verschiedener Gewebearten stehen unterschiedliche Sequenzen zur Verfügung, die durch Veränderung der Erregungszeit, - häufigkeit und -stärke zu einer jeweils anderen Darstellung der Gewebe führen.