FACHGEBIETE | Reptilien

Seit vielen Jahrzehnten werden Reptilien in Zoos, als auch von Privatpersonen sachkundig gepflegt und nachgezüchtet. In den letzten Jahren hat die Reptilienhaltung in Privathaushalten jedoch einen enormen Aufschwung erlebt. Die Motivation für die Haltung dieser faszinierenden Tiere reicht von Artenschutzgründen, über biologisches, wissenschaftliches, ökologisches oder kommerzielles Interesse (Herausbildung spezieller Zuchtformen), bis hin zur Haltung als Heimtier (beispielsweise als Alternative bei Allergien oder bei Verbot der Haltung anderer Tiere in Mietwohnungen).
 
In gleichem Maße in dem die Anzahl dieser gehaltenen Tiere zunimmt, steigt auch das Bedürfnis fachkundiger tierärztlicher Betreuung. Im Vergleich zu anderen Heimtieren nehmen Schildkröten, Schlangen, Echsen, Geckos & Co. aufgrund ihrer einzigartigen anatomischen und physiologischen Charakteristika und ihrer Artenvielfalt auch in der Veterinärmedizin eine absolute Sonderstellung ein.
 
Um Reptilienpatienten optimal helfen zu können sind u. A. Spezialkenntnisse bezüglich Medikamenten, Narkose, Operationen, sowie besondere technische Ausstattungen nötig. Unsere spezialisierten Tierärzte sind selbst langjährige Terrarianer und bilden sich regelmäßig durch den Besuch nationaler und internationaler Fortbildungen auf dem Gebiet der Reptilienmedizin fort.
 
Da die meisten Erkrankungen bei Reptilien jedoch haltungsassoziiert sind, sind Fachkenntnisse zur artgerechten Haltung (Terrarien bzw. Freilandgestaltung, Beleuchtung, Ernährung, Überwinterung etc.) das wichtigste Handwerkzeug unserer Reptilientierärzte. Wir bitten Sie darum, bei Ihrem ersten Besuch unseren Vorberichtsbogen möglichst vollständig ausgefüllt mitzubringen, damit Ihnen unsere Spezialisten im intensiven Gespräch ggf. wertvolle Hinweise zur Haltungsoptimierung geben können.

 
Aufgrund häufiger Endoparasiteninfektionen unserer Reptilienpatienten empfehlen wir außerdem, dass Sie zu Ihrem Termin, sowie VOR jeder Vergesellschaftung neuer Tiere und vor der Überwinterung möglichst eine frische Kotprobe vom selben Tag, sowie eine Sammelkotprobe (Kot von 2-3 Tagen) mitzubringen. Bitte beachten Sie, dass die Kotprobe nicht ausgetrocknet ist. Gerne können Sie sich vorab ein geeignetes Kotröhrchen bei uns abholen, oder Sie verwenden eine andere nicht-saugende Umverpackung (z.B. Alufolie, Filmdöschen). Das Kotröhrchen können Sie in einem wattierten Umschlag auch gerne via Post zur Untersuchung zu uns schicken.
 
Wir bieten u. A. folgende Leistungen in der Reptilienmedizin:
 
Allgemeine Leistungen:

  • Beratungsgespräche vor der Anschaffung eines Reptils
  • Gesundheitscheck bei Neuanschaffung bzw. vor Überwinterung
  • Geschlechtsbestimmung

 
Spezielle Leistungen:

  • Schnabelkorrektur
  • Kot- und Urinuntersuchungen im hauseigenen Labor
  • Blutuntersuchungen im hauseigenen Labor oder in Kooperation mit externen Laboren
  • Mikrobiologische Untersuchungen in Kooperation mit externen Laboren (bakteriologische/mykologische Untersuchungen, virologische Untersuchungen (z.B. Herpesvirus, Adenovirus, Paramyxovirus, Arenavirus, Ranavirus)
  • Zytologische Untersuchungen
  • Digitales Röntgen, Sonographie, Computertomographie, Endoskopie
  • Artgerechte stationäre Unterbringung von Intensivpatienten

 
Chirurgie:

  • Operationen mit Injektions- oder Inhalationsnarkose
  • Verschiedene Weichteiloperationen (Wund- und Abszessbehandlungen, Exzisionen von Tumoren…)
  • Legenotoperationen („Kaiserschnitte“) und Kastrationen (Echse, Schlange, Schildkröte)
  • Gastrotomie/Enterotomie (z.B. bei Fremdkörperaufnahme/Verstopfung)
  • Operation von Kloaken-/Blasen-/Legedarm-/Hemipenisprolaps
  • Bulbusextirpationen
  • Blasenstein-Operationen
  • Frakturversorgung (Panzer, Gliedmaßen), Amputationen

 
Abschließend möchten wir Sie daran erinnern, Ihr Tier möglichst stressarm und artgerecht zu transportieren, um Schädigungen Ihres Schützlings zu vermeiden. Das Transportbehältnis sollte stoßfest, blickdicht, angemessen belüftet, sowie der aktuellen Witterung entsprechend temperiert sein, um ein Überhitzen bzw. Auskühlen während des Transportes zu vermeiden. Bewährt haben sich Fauna- oder Styroporboxen, bzw. Schuhkartons. Für den Transport von Schlangen empfehlen wir das Tier zunächst in einen auf links gedrehten Stoffbeutel zu verpacken, um den Transportstress zu minimieren. Gerne erwärmen wir Ihre Wärmflasche oder Ihr Wärmepad für den Rücktransport.